Hallo bin neu hier und wollte auch mal meinen Senf zu einigen Themen dazugeben, die ich hier mit grosser Interesse gelesen habe. Aus eigener Erfahrung kann ich meinen o.g. Titel nur voll bestätigen und würde gerne mal gleiche Erfahrungen oder Lösungen hören.
Als Bürokaufmann der zuletzt fast 10 Jahre bei einem grossen Konzern in NRW innerhalb der Rechnungsprüfung gearbeitet hat, war ich nicht der typische Vater der den Haushalt schmeist in Form von in den Mutter- / Vaterschafts-Urlaub gehen.
Vor fast 6 Jahren wurde unsere Firma vom grossen Konzern geschlossen. Vor der Tür stand die Wahl zur Arbeitslosigkeit oder der Übergang in eine Transfergesellschaft mit geringerem Bezug der aus der verwalteten eigenen Abfindung bestand aber Sicherheit für 2 Jahre bot.
Ich nahm das Angebot der Transfergesellschaft an da kurz zuvor unsere Tochter geboren worden war und meine Frau nach 1 Jahr Mutterschutz das Angebot Ihrer alten Firma (Kirchlicher Dienst) auf Wiedereinstieg in Teilzeit annehmen wollte. Mir oblag damit der komplette Haushalt sowie die Betreung unserer Tochter.
Wir wohnen zur Miete in einer Wohnung in einem Einfamilienhaus zusammen mit meiner Schwiegermutter welcher das Haus gehört. Der Koch war ich schon immer in unserer Beziehung gewesen, jetzt kam noch der gesamte Haushalt sowie das Kümmern um unsere Tochter dazu.
Nachdem ich in dieser Zeit viel Lehrgeld in Sachen Haushaltsführung bezahlen mußte und das Haus von oben bis unten renoviert hatte machte sich bei mir Langeweile breit. Nach den zwei Jahren die relativ Harmonisch verliefen mußte ich mich Arbeitslos melden für 1 Jahr und meine Frau stieg auf Vollzeit um und Verdiente den Grossteil unseres Einkommens.
Das Arbeitsamt hatte überhaupt kein Verständnis das ich nicht Mobil war (das Auto nutzte meine Frau) und meine Tochter erst in den Kindergarten (frühestens 7.30 Uhr) bringen mußte. Meine Schwiegermutter war zu alt und auch nicht willig diverse Betreuungsaufgaben zu übernehmen.
Entweder sollte ich mich VOLL zur Verfügung stellen oder ich könnte kein Arbeitslosengeld beziehen. Im Gegenzug zu alleinstehenden Müttern oder Ehefrauen die Zeitlich diese Betreuungszeiten des Kindes angeben konnten wurde mir dies als Mann nicht zugestanden.
Ich nahm diese Intoleranz des Vaters Staat gegenüber Vätern sehr negativ war. Rechnungsprüfer wurden nicht mehr gesucht. Der kaufmännische Bereich suchte kaum Mitarbeiter. Eine Umschulung wurde mir nicht gewährt aus Kostengründen. Fortbildungen scheiterten zum Teil an den Startzeiten die mit meinen Kindbetreuungszeiten nicht vereinbar war, oder brachten Null-Effekt.
Eine Weitervermittlung von der Agentur für Arbeit passierte nicht. Eigene Bewerbungen erbrachten nur die Einsicht das die Wirtschaft Hausmänner nicht toleriert und Männer die länger als 2 - 3 Jahre Arbeitslos sind nicht als Wiedereinsteiger in den Beruf akzeptiert.
Nach dem Erfolglosen 3 Jahr stand ich ohne Bezug von Arbeitslosengeld da mußte aber weiterhin die Demütigungen der Gottgleichen Sachbearbeiter der Agentur der Arbeit hinnehmen. Ich war Arbeitssuchend gemeldet weil ich keine Aufnahme in die Arge fand. Meine Frau verdiente etwas zu viel um Hartz 4 zu beziehen. Damit hatte ich keine eigenen Einnahmen mehr.
Nach dem 4 Jahr wurde ich von der Agentur der Arbeit im 5 Jahr hinausgeschmissen. Ich wäre nicht mehr Vermittlungsfähig und hätte Vorstellungstermine nicht wahrgenommen. Mir ging es eigentlich nur noch um die Meldung zur den Versicherungsträgern, aber es war mir nicht Möglich dagegen mit Beweisen anzugehen.
So wurde ich Hausmann zu 100 % und füllte diesen Job mehr Recht als schlecht im 5 Jahr meiner Arbeitslosigkeit aus. Die Familie meiner Frau und meine Frau selbst war dabei sicherlich keine Hilfe, da ich jetzt ohne eigenes Einkommen nicht mehr gut gelitten war. Den Haushalt machte ich auch nicht richtig. An allem wird rumgemäkelt. Dazu kommt eine Unruhe und grosse Langeweile die mich immer öfters befällt und mir zum Teil depressive Phasen beschert.
Aber selbst einen Job als 400 Euro Kraft bekomme ich nicht. Da ich aufgrund meiner langen Auszeit sowie meines fortgeschrittenen (40) Alters (laut Arbeitsamt) kaum Chancen habe wieder Einzusteigen. Eine Umschulung oder Fortbildung müßte ich selbst bezahlen. Dafür ist kein Geld vorhanden.
Wie soll so ein Wiedereinstieg ins Berufsleben möglich sein ?
Fazit: Solange es keine eindeutigen Gesetzesregelungen gibt, und keine Gleichberechtigung zwischen Hausfrauen und Hausmännern wird dieses Thema immer zu Ungunsten des Mannes ausfallen. Die Akzeptanz von Hausmännern in der Wirtschaft und auch im Privaten Bereich ist nicht gegeben.
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